December 31, 2017

ERFAHRUNGEN AUS DER INDUSTRIE – 9: Filz / Sieb Spannung an der Papiermaschine

Seiner Zeit, hatte man (wo die Maschinen noch  langsam waren) die Filze und Siebe wurden immer von Hand gespannt bzw. geprüft. Reine Erfahrungssache. Dabei hatte man, um beim Papierabriss die Trockensiebe zu schonen, die Spannung bewusst immer etwas niedriger gehalten, da sonst das Sieb an der Nahtstelle immer abgerissen hatte.  Weil normalerwisse zwischen ca. um über 90oC heissen  Trocknungszylinder und dem syntetischem Sieb immer nasses Papier lag, das Sieb war immer kalt. Sobald  das Papier abreisst, berührt das Sieb den heissen Zylinder und wegen hoher Waerme, schrinkt das syntetische Sieb zusammen und die Siebspannung geht um  zu 2 bis 3 fache von normalen, auf. Und das einige male am Tage, irgend wann zerreist das Sieb und das passiert meistens in der Nachtschicht wo nicht genügend personal da ist. Resultat Produktionsstop bzw. Produktionsverlust. Und die gestoppte Maschine wieder in den gang zu bringen, braucht einige Stunden.

 

Bei den neuen, modernen Maschinen macht man das automatisch. Da früher 1 bis 2 kN/m. gespannte Siebe/Filze werden nun bis zu 3,5 kN/m. gespannt, welche enorme Dampfenergie spart oder laesst Geschwindigkeitssteigerung. Dazu noch, wegen hoher Spannung, Filz/Siebabrisse, Lagerbrüche gehen radikal zurück.

 

Nicht nur das, da der Filz überall gleich gespannt bzw. an dem Papier überall, mehr oder weniger gleichmaessig drückt, die Feuchtigkeit an der gesamten Breite wird auch gleichmaessig.

 

Faustregel sagt dass bei 1% mehr Trocknung, erzielt man ca. 4% Kapazitaetserhöhung.  Daher die automatische Spannungeninvestition zahlt sich innerhalb von einigen Monaten, zurück.